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Ratgeber · Einkauf & Planung

Checkliste Filial-Rollout: Glasbeschriftung an vielen Standorten einheitlich umsetzen

Neue CI, Rebranding oder eine Welle von Neueröffnungen: Ein Filial-Rollout der Beschriftung soll an jedem Standort gleich aussehen, ohne den laufenden Betrieb zu stören. Diese Checkliste führt Sie Phase für Phase durch Planung und Umsetzung.

Was einen Filial-Rollout anspruchsvoll macht

Eine einzelne Schaufensterbeschriftung ist Routine. Bei zwanzig, fünfzig oder mehr Standorten wird daraus ein Projekt: Jede Filiale hat andere Glasmaße, andere Türsysteme, andere Öffnungszeiten und eine eigene Filialleitung. Trotzdem soll das Ergebnis überall gleich aussehen: in denselben Farben, auf derselben Höhe, in derselben Qualität. Und das oft zu einem festen Stichtag, etwa der Einführung einer neuen Marke.

Erfolgreiche Rollouts folgen deshalb einem klaren Ablauf. Die folgenden Phasen haben sich bei Rebranding, neuer CI, Neueröffnungen und Umbauten bewährt, für Glasbeschriftung ebenso wie für Anlaufschutz und Sichtschutz.

Die Phasen eines Rollouts im Überblick

1. Standortliste und Bestandsaufnahme

Grundlage ist eine zentrale Standortliste mit Adresse, Ansprechpartner, Öffnungszeiten und Besonderheiten wie Zugang über ein Einkaufszentrum oder Auflagen des Vermieters. Parallel wird erfasst, was an Glasflächen vorhanden ist: Schaufenster, Eingangstüren, Glaswände, Oberlichter, Beratungsräume.

2. Aufmaß und Fotos je Standort

Jede Glasfläche braucht belastbare Maße. Je nach Umfang übernehmen das Monteure vor Ort oder die Filialen liefern Fotos nach einer einfachen Vorgabe (Gesamtansicht, Nahaufnahme von Rahmen und Tür, Maßband im Bild). Wichtig: eine einheitliche Benennung der Scheiben, damit Produktion und Montage später dieselbe Sprache sprechen.

3. Musterfiliale und Freigabe

Bevor produziert wird, entsteht eine Musterfiliale. Dort sieht die Zentrale das Design in Originalgröße, bei echtem Licht und aus der Perspektive der Kunden. Anpassungen an Höhen, Farbwirkung oder Schriftgröße sind jetzt noch einfach. Nach der Produktion von fünfzig Sätzen sind sie es nicht mehr.

4. Druckdaten und Farbtreue

Aus der freigegebenen Musterfiliale werden standortspezifische Druckdaten abgeleitet. Farben werden auf Basis der CI-Vorgaben festgelegt und über alle Produktionschargen konstant gehalten. Gerade bei Digitaldruck auf Folie weicht die Wirkung am Glas von der Bildschirmansicht ab. Deshalb ist ein Andruck oder Farbmuster sinnvoll. Legen Sie außerdem fest, wer die Druckdaten freigibt und in welchem Format Änderungen gemeldet werden. Bei Dutzenden Standortvarianten verhindert eine klare Versionsführung, dass eine veraltete Datei in die Produktion gelangt.

5. Zentrale Produktion

Produziert wird zentral, standortweise kommissioniert und beschriftet. Jedes Paket enthält alle Folien einer Filiale, eindeutig den Scheiben zugeordnet. So vermeiden Sie Verwechslungen und fehlende Teile vor Ort.

6. Tourenplanung

Die Standorte werden regional und nach Terminvorgaben zu sinnvollen Touren gebündelt. Das spart Anfahrten und macht den Zeitplan belastbar, auch bei Rollouts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

7. Montagefenster mit der Filialleitung abstimmen

Jede Montage wird rechtzeitig mit der Filialleitung abgestimmt: vor Öffnung, nach Ladenschluss oder an einem Ruhetag. So bleibt der Verkauf ungestört und die Mitarbeitenden wissen Bescheid. Bewährt hat sich eine kurze Info an die Filiale einige Tage vorher: Datum, Uhrzeit, Umfang der Arbeiten, benötigter Zugang und ob Schaufensterdeko oder Aufsteller vorab zur Seite geräumt werden müssen.

8. Demontage der Altbeschriftung

Bei Rebranding muss die alte Beschriftung zuerst runter, und zwar rückstandsfrei und ohne Kratzer auf dem Glas. Das braucht Zeit, die im Montagefenster eingeplant sein muss. Worauf es dabei ankommt, lesen Sie im Beitrag Folien rückstandsfrei entfernen.

9. Abnahme und Fotodokumentation

Nach jeder Montage wird der Standort fotografiert und abgenommen, idealerweise mit kurzer Bestätigung der Filialleitung. Die Zentrale erhält eine Dokumentation je Standort und hat den Stand des Rollouts jederzeit im Blick.

10. Nachbestellung und Ersatz

Beschädigte Folien, neue Öffnungszeiten oder zusätzliche Standorte: Wenn Druckdaten und Maße zentral archiviert sind, lassen sich Ersatzteile schnell nachproduzieren, exakt im gleichen Design.

Rebranding Filialen: Folierung als Teil des Gesamtpakets

Bei einem Rebranding geht es selten nur um das Logo auf der Scheibe. Oft werden im gleichen Zug auch Anlaufschutz-Markierungen in der neuen CI umgesetzt, Sichtschutz in Beratungs- oder Personalbereichen ergänzt und Öffnungszeiten aktualisiert. Wer diese Leistungen in einem Rollout bündelt, spart Anfahrten und Montagetermine. Bei der Markierung von Glastüren und Glaswänden sollten die Vorgaben aus ASR und DIN 18040-1 von Anfang an ins Design einfließen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag Ist Anlaufschutz Pflicht?

Checkliste zum Abhaken

  • Standortliste mit Adressen, Ansprechpartnern und Öffnungszeiten erstellt
  • Vermieter- bzw. Center-Vorgaben je Standort geklärt
  • Glasflächen je Standort erfasst, Aufmaß oder Fotos vorhanden
  • Einheitliche Scheibenbezeichnung festgelegt
  • Design inklusive Anlaufschutz und Sichtschutz entworfen
  • Musterfiliale umgesetzt und von der Zentrale freigegeben
  • Farben und Druckdaten final, Andruck abgenommen
  • Produktion standortweise kommissioniert
  • Tourenplan und Stichtage abgestimmt
  • Montagefenster mit jeder Filialleitung vereinbart
  • Demontage der Altbeschriftung eingeplant
  • Abnahme und Fotodokumentation je Standort erhalten
  • Druckdaten und Maße für Nachbestellungen archiviert

Typische Stolpersteine

  • Maße aus alten Plänen: Umbauten sind oft nicht nachgetragen. Folien passen dann nicht, und vor Ort ist das kaum zu korrigieren.
  • Keine Musterfiliale: Farbwirkung und Höhen fallen erst nach der Produktion auf.
  • Filialen nicht informiert: Monteure stehen vor verschlossener Tür oder mitten im Kundenbetrieb.
  • Altfolie unterschätzt: Die Demontage alter, spröder Beschriftung dauert länger als die neue Montage.
  • Sonderstandorte: Shop-in-Shop, Center-Filialen oder denkmalgeschützte Fassaden brauchen eigene Absprachen.
  • Zu viele Beteiligte: Ohne feste Ansprechpartner auf beiden Seiten gehen Informationen verloren.

Praxis-Tipp: Starten Sie mit einer kleinen Pilotgruppe von zwei oder drei Standorten in unterschiedlicher Bauart. Die Erfahrungen daraus fließen in Datenvorgabe, Zeitplanung und Montageablauf ein, bevor der große Teil folgt.

Rollen: Wer macht was?

RolleAufgaben
Zentrale (Marketing, Expansion, Facility Management)Standortliste, Designvorgaben, Freigabe der Musterfiliale, Stichtage, Budget, Abnahme der Gesamtdokumentation
FilialeFotos und Zugang, Abstimmung des Montagefensters, Bestätigung der Abnahme vor Ort
DienstleisterAufmaß, Gestaltung und Reinzeichnung, Produktion, Tourenplanung, Demontage, Montage, Fotodokumentation, Nachbestellungen

Rollouts in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Viele Filialnetze enden nicht an der Landesgrenze. Für einen länderübergreifenden Rollout gelten dieselben Phasen, einige Punkte brauchen aber zusätzliche Aufmerksamkeit:

  • Terminplanung: Feiertage, Ladenöffnungszeiten und Schulferien unterscheiden sich zwischen Ländern und oft auch zwischen Regionen. Das beeinflusst die Montagefenster.
  • Inhalte auf der Scheibe: Öffnungszeiten, Pflichtangaben oder Sprachvarianten können je Land abweichen und müssen in den Druckdaten sauber getrennt werden.
  • Logistik: Für Lieferungen in die Schweiz sind zusätzlich Zollformalitäten einzuplanen und im Zeitplan zu berücksichtigen.
  • Vorgaben vor Ort: Center-Betreiber, Vermieter und Behörden haben eigene Regeln, etwa zu Werbeanlagen oder Arbeitszeiten im Objekt.

Wir begleiten Rollouts von der Bestandsaufnahme bis zur Nachbestellung: Gestaltung, Produktion im eigenen Haus in Deizisau und Montage durch eigene Folierer aus einer Hand. Das gilt für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Montiert wird auf Wunsch außerhalb der Geschäftszeiten, Sie erhalten ein Festpreis-Angebot. Mehr zu unseren Leistungen finden Sie unter Glasbeschriftung und Glasfolierung für Unternehmen. Ihre Standortliste können Sie direkt über das Anfrageformular senden.

Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick aus unserer Praxis und ersetzt keine Rechts- oder Fachplanung im Einzelfall.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Filial-Rollout?

Das hängt von Anzahl der Standorte, Umfang je Filiale und den Montagefenstern ab. Mit Standortliste und Stichtag erstellen wir einen realistischen Zeitplan.

Können Sie Standorte in Österreich und der Schweiz mit einplanen?

Ja. Wir setzen größere Projekte und Rollouts in Deutschland, Österreich und der Schweiz um und bündeln die Standorte zu Montagetouren.

Müssen wir für jede Filiale ein Aufmaß vor Ort bezahlen?

Nicht zwingend. Oft genügen Fotos nach einer einfachen Vorgabe. Wo Maße unsicher sind oder Sonnenschutz geplant ist, empfehlen wir ein Aufmaß bzw. einen Glas-Check vor Ort.

Wird die alte Beschriftung gleich mit entfernt?

Ja, auf Wunsch entfernen wir die Altbeschriftung rückstandsfrei und bringen die neue Folie im selben Termin an.

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